Wiederherstellung (Regeneration) und Erhalt (Pflege) von Wacholderheiden
Die Wacholderheiden der Osteifel sind hauptsächlich in Folge der sog. Schiffelwirtschaft entstanden, einer uralten Form bäuerlicher Landnutzung. Mit einer Hacke ("Schiffel") wurden einzelne Rasenstücke abgeschält ("geplaggt"), aufgeschichtet, getrocknet und verbrannt. Die Asche diente als Mineraldünger für drei bis vier Ernten. Bis sich wieder genügend neuer Rohhumus gebildet hatte, wurden diese Flächen - über viele Jahrzehnte - als magere Weideflächen für Schafe, Ziegen und einige wenige Kühe genutzt. Neben eigenen Herden gab es auch durchziehende Wanderherden; diese haben in ihrem Fell Samen aus anderen Gegenden mitgebracht. So dürften das Borstgras, eine strapazierfähige Grasart aus den Alpen, aber auch andere Mager-Arten in die Eifel gekommen sein. Mit diesen Pflanzen haben dann angepasste Insekten und Vögel hier ihre neue Heimat gefunden. Die Wacholderheiden erhalten zu wollen erfordert, ihre Entstehungsprozesse zu verstehen und unter den heutigen Bedingungen fortzuführen (zu "regenerieren"). Die Wiederherstellung von Wacholderheiden beginnt mit dem Freistellen von Baum- und Strauchbewuchs. Danach wird der Rohhumus "abgeplaggt" und weggebracht. Sehr schnell keimen dann wieder alte Heidesamen. Um die erneute Überschirmung der Heideflächen z. B. mit Brombeer oder Ginster zu stoppen, zumindest zu begrenzen, ist regelmäßig wiederkehrende Beweidung - nach heutigem Wissensstand am besten mit gemischten Schaf-Ziegen-Herden - notwendig. Diese Herden sollten groß sein, damit sie den Bewuchs der wachstumsstarken Pflanzen wirksam begrenzen, und sie sollten mehrmals im Jahr durchziehen. Selbst die ausgehungerste Schaf-Ziegen-Herde lässt Pflanzen stehen, die Mager-Arten verdrängen. Also sind, nach längeren Zeitabständen, auch mechanische Freistellungen mit Spezialmaschinen notwendig.